Proviant-Magazin, auch Körnermagazin genannt, ist ein großer Gebäudetyp zur Lagerung von Lebensmitteln, der oft Bestandteil von Festungsanlagen und beschusssicher gebaut war. Die Magazine wurden hauptsächlich zur Lagerung von Proviantmaterial für das Militär genutzt. In erster Linie für Getreide, aus diesem Grunde befand sich auch meist in unmittelbarer Nähe oder im Gebäude selbst eine Heeresbäckerei. Die Verwaltung unterlag in Deutschland dem Proviant-Amt, diese Bezeichnung ging auf die Gebäudegruppe selbst über.
Die Magazine wurden bis ins 19. Jahrhundert massiv aus Stein erbaut, die Wände an der schwächsten Stelle noch mindestens einen Meter dick. Selbst die Dachstühle und Decken wurden als steinerne Gewölbe errichtet, um möglichen Artillerie-Bombardements standzuhalten und um die Brandgefahr auszuschließen, die bei Verwendung von Holz entstanden wäre.
Neben diesen eigens errichteten Gebäuden wurden in manchen Festungen auch ältere Bauten, die eigentlich für andere Zwecke errichtet worden waren, als Proviant-Magazin umfunktioniert. Im Rheinland fanden Anfang des 19. Jahrhunderts etwa ehemalige Klöster (die im Zuge der Säkularisation aufgehoben worden waren) so eine neue Verwendung, beispielsweise die Deutschordenskommende Koblenz, die das Proviantmagazin der Festung Koblenz aufnahm. Umgenutzte Bauten entsprachen jedoch nicht den oben genannten Kriterien und wurden daher später oft durch entsprechende Neubauten ersetzt.